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Mai 2020 – Abschied von Allauchs Bürgermeister Roland Povinelli

Wir trauern gemeinsam mit unseren französischen Freunden um Bürgermeister Roland Povinelli, der am 11.5. im Alter von 78 Jahren nach einem Herzinfarkt verstorben ist. Schon mit 18 Jahren engagierte er sich in der Politik, trat 1972 in den Gemeinderat von Allauch ein und wurde am 5.10.1975 zum 1. Bürgermeister gewählt – ein Amt, das er 45 Jahre lang bekleiden sollte. Sein starker Charakter, seine große Erfahrung machten ihn schon Ende der 70iger Jahre zu einem der meistgeschätzten Politiker des Departements Bouches du Rhône, und für seine Gemeinde Allauch hat er in dieser langen Zeit unendlich viel geleistet. Das Wohl der Bürger, der Ausbau und die Modernisierung Allauchs mit Augenmaß, der Schutz der Natur lagen ihm immer am Herzen, und seine Bürger honorierten dies mit 8maliger Wiederwahl. Im Jahre 2008 wurde Roland Povinelli als Senator für das Departement Bouches du Rhône nach Paris berufen, eine Tätigkeit, die er voller Stolz neben seinen Bürgermeisterpflichten ausführte. In den letzten Jahren wurde es ruhiger um ihn wegen gesundheitlicher Probleme - trotzdem stellte er sich für seine sozialistische Partei am 15.3.2020 noch einmal zur Wiederwahl. Zwar erreichte er keine Mehrheit, kam jedoch in die Stichwahl, die aber aufgrund der Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, so dass er bis zum heutigen Tage Bürgermeister blieb. Roland Povinelli war oft in unserer Gemeinde zu Gast und auch bei offiziellen Anlässen der Städtepartnerschaft in Allauch anwesend, denn die „jumelage“ Vaterstetten-Allauch war ihm sehr wichtig. Im Jahre 1982 hatte er voller Überzeugung für die deutsch-französische Freundschaft mit seinem hiesigen Kollegen, dem Anfang März verstorbenen Altbürgermeister Martin Berger den Partnerschaftsvertrag unterzeichnet und bei „runden Geburtstagen“ der Partnerschaft mit Altbürgermeister Peter Dingler und Landrat Robert Niedergesäß erneuert. Ein außergewöhnlicher Mensch mit einer außergewöhnlichen politischen Laufbahn hat uns heute verlassen – wir werden Bürgermeister Roland Povinelli ein ehrendes Andenken bewahren.

April 2020 – Es kommt oft anders als man denkt

Das Jahr 2020 hatte so gut angefangen: Beim ersten Stammtisch im Januar gab es eine Verlosung der Reise nach Allauch sowie vieler Produkte aus der Provence, die vom Weihnachtsmarktstand der Franzosen übrig geblieben waren. Außergewöhnlich viele Besucher sorgten für eine ausgelassene Stimmung, und man spürte die Vorfreude auf alles, was für die kommenden Wochen und Monate vom Allauchvorstand geplant worden war. Aber nun hat jeder von uns wieder einmal feststellen müssen, dass so manches im Leben anders kommt als man denkt.

Nachdem wir noch am 4.10.2019 den 100. Geburtstag von Altbürgermeister Martin Berger, dem Begründer der Partnerschaft mit Allauch, mitfeiern durften, so mussten wir Anfang März von ihm Abschied nehmen. Wir sind froh, dass wir uns im Oktober noch persönlich bei ihm für seinen engagierten Einsatz für die Partnerschaft bedanken konnten.

Bei unserem geplanten März-Stammtisch wollten wir uns noch einmal mit unserem französischen Gastschüler Ulysse Schaff zusammensetzen, doch angesichts der Grenzschließungen musste er vorzeitig nach Aix en Provence zurückfliegen. Beim Internationalen Stammtisch vom 9.3. hat er ausgiebig über seine 6 Monate bei uns berichtet. Welch wunderbare partnerschaftliche Aktion war dies - nochmals tausend Dank besonders an Familie Skowronek, die ihn so herzlich aufgenommen hat, aber auch an die Lehrer und Schüler des Humboldt Gymnasiums, wo er sich sehr wohl fühlte.

Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben sind unsere Termine im April und Mai: Stammtisch, Filmabend und auch die Hauptversammlung haben wir aus unserem Terminkalender erst einmal gelöscht. Sobald sich die Situation zum Guten ändert, geben wir neue Termine bekannt.

Auch unsere geplante Reise nach Allauch vom 2.-9.6. ist wohl mehr als fraglich geworden, doch wollen wir auf Wunsch des französischen Komitees die Entscheidung noch bis zum 1. Mai hinausschieben. Volksfest, Straßenfest, Oktoberfest – alles steht noch in den Sternen, der neue Corona-Virus wirbelt unser aller Leben durcheinander…

Doch es gibt auch Positives zu berichten von so viel neuer Hilfsbereitschaft in dieser unruhigen Zeit, dass wir gerne von einem Beispiel berichten möchten – natürlich in der Hoffnung, im Kreise unserer vielen Leser Nachahmer zu finden. Da inzwischen fast alle Restaurants und auch viele weitere Geschäfte unserer Gemeinde nun auf online-Bestellungen umgestiegen sind oder auf „drive-in“ und „to go“ - Gerichte, um nicht ganz unterzugehen, findet man eine immer wieder aktualisierte Liste z.B. auf www.b304.de, die sehr hilfreich ist. Nun hat eine Dame bei ca. 30 Familien in unserer Nachbarschaft folgenden Zettel eingeworfen: „Liebe Nachbarn, damit das Daheimbleiben leichter fällt, biete ich ab Montag einen kostenlosen Bringdienst der Mittagsgerichte vom Restaurant …… an. Ruft mich am Vorabend an oder schickt mir eine whats-app-Bestellung, Tel.Nr…. Am nächsten Mittag zwischen 12 und 12.30 Uhr bekommt Ihr die bestellten Mittagsgerichte warm geliefert. Es besteht kein direkter Kontakt. Ich stelle das Essen vor die Tür, klingle und das Geld wird passend in meine bereitstehende Box getan.“

Bei mir – Ursel Franz - hat es wunderbar geklappt und hervorragend geschmeckt, denn gewürzt war alles mit Nächstenliebe für Nachbarn und Unternehmen!

 

In diesem Sinne: BLEIBEN SIE GESUND!

 

 

 

November-Dezember 2019 - Festlich-fröhliche Stunden zum Jahresende

Zum Abschluss dieses Partnerschaftsjahres denken wir gerne an die letzten sehr intensiven Tage zurück.

In der Woche vor dem 1. Advent waren viele Helfer um unser Komiteemitglied Inge Mayer-Simon damit beschäftigt, die wunderschöne provenzalische Krippe im Rathaus aufzubauen, damit alles bereit ist für die vor- und nachweihnachtlichen Tage. Rechtzeitig vor dem Christkindlmarkt in Baldham trafen dann 4 Mitglieder des französischen Komitees bei uns ein, so dass neben den Vorbereitungsarbeiten noch Zeit blieb für einen gemeinsamen Besuch der interessanten Krippenausstellung im Münchner Nationalmuseum und einiger Weihnachtsmärkte.

Zeit blieb auch, um an Jubiläums-Ereignissen der Partnerschaftsvereine Alem Katema (30 Jahre) und Trogir (10 Jahre) teilzunehmen, denn uns und den Franzosen ist die Freundschaft zwischen Mitgliedern aller drei Vaterstettener Partnerschaften ein wichtiges Anliegen.

 

 

 

Am 1. Adventssamstag stand dann der Christkindlmarkt in Baldham auf dem Programm. Die Franzosen boten an 2 Ständen ihre beliebten provenzalischen Spezialitäten an - die leckere heiße Fischsuppe kam bei dem kalten Wetter vielen Besuchern gerade recht. Und unsere Vereinsjugend hatte mit ihrem benachbarten Crêpestand alle Hände voll zu tun, um für den süßen Gaumenkitzel zu sorgen!

Ein besonderer Höhepunkt war die Krippeneröffnungsmatinee am Adventssonntag. Schon in der Früh bereiteten viele fleißige Hände die köstlichen Canapés vor, und kaum öffneten sich die Pforten des Rathauses, waren im Nu alle Sitz- und bald auch alle Stehplätze besetzt. Das Rathaus platzte sozusagen aus allen Nähten! Grund dafür war unser musikalisches Programm, das in diesem Jahr freundlicherweise von der Musikschule Vaterstetten unter der Leitung von Bernd Koelmel gestaltet wurde. So hatten sich 44 Kinder der Singklassen der Wendelsteinschule vor der Krippe aufgestellt, um mit strahlenden Augen internationale Weihnachtslieder zu singen, begleitet von ihren Lehrerinnen und ihrem Leiter Jan Prochazka von der Musikschule. Diese schwungvolle Interpretation ließen sich natürlich Eltern, Großeltern und Geschwister der Kinder nicht entgehen und klatschten mit den vielen anderen Besuchern der Matinée begeistert Beifall.

Im zweiten Teil dieser traditionellen Veranstaltung verbreitete das wunderbare jugendliche Cello-Ensemble der Musikschule unter der Leitung von Benedikt Breinl eine besinnliche festliche Stimmung. Das Allauchkomitee bedankt sich sehr herzlich für den großen Einsatz aller, die diese Feier wieder einmal zu einem unvergesslichen Erlebnis machten.

Nach Marktschluss am Abend des 1. Advents genossen alle – Franzosen, Komitee und Vereinsmitglieder – ein köstliches vorweihnachtliches Essen als Abschluss des langen intensiven Wochenendes.

 

Vorweihnachtliches Allauch

Für Mitglieder unseres Komitees stand wenige Tage darauf eine Reise zum Weihnachtsmarkt in Allauch auf dem Programm – das Handgepäck gefüllt mit leckersten Weihnachtsplätzchen, die tüchtige Mitglieder und wir selber gebacken hatten. So stand schon der Ankunftstag im Zeichen der Marktvorbereitungen, denn alle Plätzchen wurden zu hübschen Gebinden verarbeitet, unter Mitwirkung fleissiger Helfer des französischen Komitees .

 

Schulbesuch

Am folgenden Nikolaustag hatten wir eine unerwartete Aufgabe zu erfüllen. In der Grundschule von Logis Neuf erwarteten uns Schüler und Schülerinnen zweier Deutschklassen mit ihrer Lehrerin Véronique Carras, damit wir von den Gepflogenheiten im Advent und zum Nikolaustag in unserer Heimat berichten. Chantal Bertin hatte allerhand Objekte mitgebracht, die den Kindern unbekannt waren und deren Bedeutung von uns erklärt wurde: Adventskranz mit 4 Kerzen, St. Nikolausfigur , erzgebirglerische Pyramide mit Kerzen, Zwetschgen- und Räuchermandl . Letzterer gefiel den Kindern ganz besonders gut, als echter Rauch aus seiner Pfeife kam. Danach wurde gemeinsam gesungen, insbesondere immer wieder das Lied vom Nikolausabend. Und bei jeder Wiederholung wurde der Refrain „Lustig, lustig , tralalalalaaa, heut ist Nikolausabend da“ immer begeisterter und lauter von den 9-10 jährigen Schülerinnen und Schülern mitgesungen. Es hat uns allen viel Spaß gemacht! Jedes Kind erhielt von Chantal Bertin eine hübsche Cellophantüte , die das französische Komitee mit einer frisch gebackenen Nikolausfigur, einer Orange und einer Süßigkeit gefüllt hatte. Am nächsten Tag besuchten uns mehrere Schulkinder mit ihren Eltern an unserem Stand auf dem Weihnachtsmarkt und bestaunten unsere schönen Waren. Leider hatten wir keine Räuchermandl dabei – sind aber für das nächste Jahr jetzt schon bestens gerüstet.

 

Provenzalischer Weihnachtsmarkt

Der Allaucher Weihnachtsmarkt verlief in einer frühlingshaften Atmosphäre. Der Andrang an unserem Stand war wieder groß - die köstlichen Weihnachtsplätzchen waren schon am Sonntagmittag ausverkauft. Doch alle anderen Artikel waren ebenso heißbegehrt, einschl. der köstlichen Getränke. Viele alte und neue Bekannte besuchten uns, auch Gemeindevertreter waren zu Gast: Monsieur Begon, der neue Zuständige für die Städtepartnerschaften, verwöhnte uns mit Nougat und Honigprodukten aus Allauch; Martine Chaix, Stadträtin, stellte uns Lionel de Cala vor, Gemeinderat und einer der Bürgermeisterkandidaten für die Wahl im März, der sich bei uns für den großen Einsatz für die Partnerschaft bedankte. Mit den benachbarten Standbetreibern haben wir seit Jahren Freundschaft geschlossen, und so ist dieses Marktwochenende mit den Stelzengehern, den tanzenden und musizierenden Gruppen und dem netten Leierkastenmann alljährlich ein krönender Abschluss des Partnerschaftsjahres für uns.

Vor allem ist es auch eine gute Gelegenheit, nach einem langen Arbeitstag mit unseren Kolleginnen und Kollegen des französischen Komitees bei einem leckeren Abendessen gemütlich zusammenzusitzen oder eines der vielen internationalen Weihnachtskonzerte zu besuchen. 68 Veranstaltungen „Les Chants de Noel“ finden bei freiem Eintritt im gesamten Département Bouches du Rhône vom 4. bis 23. Dezember statt – heuer erfreuten wir uns an wunderschönen korsischen Männergesängen in Marseille.

Vorausschau auf 2020

Nun neigt sich das Jahr 2019 dem Ende zu, die Planung für 2020 liegt vor uns.

Die Busreise nach Allauch findet vom 2.-9. Juni statt, das Anmeldeformular ist bereits auf der Homepage freigeschaltet. Der Gegenbesuch der Franzosen ist nächstes Jahr nicht im Juli, sondern erst vom 18.-21. September 2020 zum Wiesnauftakt geplant. Da werden wir sicher viele Betten brauchen….

Wir freuen uns auf zukünftige Aktivitäten und danken allen, die uns immer wieder so aktiv unterstützen. Vielleicht sehen wir uns beim Stammtisch am 22. Januar im Alten Hof!

Schöne Festtage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr

wünschen Ihnen allen

Ursel Franz, Gaby Eichner, Doris Mühlner-Hofmann, Udo Engelhardt, Hannelore Beier-Endl, Manfred Büche, Jan Eichner, Frederik Kammel, Hendrik Keipert, Günter Lölkes, Gabriela Lopez Trigo, Inge Mayer-Simon und Laura Voggenreither